Dieudonné

Dieudonné

Endlich kann ich leben wie so viele andere!

Bei Dieudonné (22) wurde bereits bei seiner Geburt in einem niederländischen Krankenhaus Sichelzellanämie festgestellt. Der Junge führte ein Leben voller Schmerzen. Bei kalten Temperaturen oder nach einer physischen Aktivität hatte er stets verschiedene Schmerzbeschwerden: starke Rückenschmerzen, stechende Kopfschmerzen und ein allgemeines Schwächegefühl. Dank der Stammzellen seiner Mutter ist Dieudonné inzwischen seit fast einem Jahr beschwerdefrei, was er selbst kaum glauben kann.

Nicht wie andere Kinder

Dieudonné ist kongolesisch-angolanischer Abstammung, fühlt sich jedoch hundert Prozent kongolesisch. Seit seiner Geburt musste der Junge regelmäßig Medikamente einnehmen. Mit zunehmendem Alter wurde ihm bewusst, dass er nicht wie andere Kinder war: Er war schnell müde, hatte oft Schmerzen und konnte nicht so ausgelassen herumtoben wie andere Kinder seines Alters. 2014 zog er aus den Niederlanden nach Antwerpen. Seine Mutter spendete die lebensnotwendigen Stammzellen, wodurch Dieudonné von der Sichelzellanämie geheilt werden konnte.

Dunkelhäutige Menschen wie ich

Dieudonnés Krankheit kommt öfter bei Menschen aus Zentral- und Nordafrika vor. Sichelzellanämie ist eigentlich ein natürlicher Verteidigungsmechanismus gegen Malaria. Weil es eine erbliche Krankheit ist, geben Eltern sie häufig an ihre Kinder weiter, auch dann, wenn sie, wie Dieudonné, anderswo geboren werden. „Ich bin ein großer Befürworter dieser Kampagne, um dunkelhäutige Menschen wie mich aufzurufen, Spender zu werden“, sagt Dieudonné. „Ich bin seit einem Jahr nicht mehr krank. Ohne meine Mutter, die bereit war, Stammzellen zu spenden, wäre dies nicht möglich gewesen. Ich hatte das unglaubliche Glück, dass jemand in meiner Familie, so nah bei mir, ein geeigneter Spender war. Jetzt kann ich endlich beginnen, wie andere Menschen zu leben.“

Und dieses Leben wie andere Menschen sieht so aus: Dieudonné arbeitet als Lagerverwalter. Körperliche Arbeit, die er inzwischen bewältigt. „Ich freue mich, dass mein Körper endlich das macht, wovon ich weiß, dass er es schaffen kann. Er hofft, demnächst auch seine Ausbildung zum Küchengehilfen fortzusetzen. Wer weiß, vielleicht hat er in Kürze auch seine erste Freundin. „Aber vielleicht müssen wir uns erst in der Realität treffen“, lacht Dieudonné.

Darf ich noch etwas sagen?

„Darf ich noch etwas sagen?“, fragt Dieudonné am Ende des Gesprächs. „Ich wollte Menschen wie mir gern sagen, dass sie an sich glauben sollten. Dass es wirklich klappen kann. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte ich keine Lust mehr zu leben. Ich hatte wirklich den Mut verloren und wusste nicht mehr weiter. Aber jetzt freue ich mich so, dass ich diese Transplantation habe durchführen lassen … Ich habe seit fast einem ganzen Jahr keine Beschwerden mehr! Das ist unglaublich. Je mehr Menschen sich registrieren, desto mehr Menschen mit einer ähnlichen Krankheit wie ich können geheilt werden. Ich kann Ihnen nicht erklären, wie erleichtert und zufrieden ich jetzt bin. Es wäre fantastisch, wenn langfristig jedem geholfen werden könnte." 

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