Azad

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Es gibt wenige Spender anderer Herkunft, und deshalb wenig Hilfe falls jemand aus meiner Familie krank wird.

Azad Yildirim wurde 1995 in Belgien geboren und wuchs in Nevele auf. Jetzt wohnt er mit seiner Familie in Deinze, während der Woche hält er sich in seiner Studentenbude in Gent auf. Er studiert Jura an der Universität Gent (erstes Studienjahr). Im August 2018 meldete er sich als Stammzellenspender an. Und das ist gut, denn es gibt zu wenige Spender türkischer Herkunft wie ihn. Die Eltern von Azad stammen aus Şirnak und Mardin, zwei Städten im Südosten der Türkei. Die Familie macht sich Sorgen wegen der mangelnden Kenntnisse über Stammzellenspenden. „Die Menschen wissen nicht, was es ist oder beinhaltet“, sagt Azad. „Ich wusste es selbst auch nicht, bis das Rote Kreuz mich kontaktierte. Es macht uns sorgen, dass nur so wenige Spender anderer Herkunft registriert sind und deshalb wenig Hilfe vorhanden ist, falls ich erkranke oder jemand aus meiner Familie krank wird. Wir sind auf medizinischem Gebiet schon so weit. Mit einem so kleinen Schritt – unserer Registrierung als Spender – können wir viel bewirken. Das ist enorm wichtig.“

„Hut ab“

„Ich freue mich, dass ich durch meine Registrierung als Stammzellenspender einen Beitrag leisten konnte. Ich finde es auch schön: Mit einer ganz kleinen Anstrengung kann ich anderen in unserer Gesellschaft helfen. Ich weiß auch ganz gut, dass es mir ebenso passieren kann. Ich kann morgen krank sein und dann selbst Stammzellen brauchen.“ Azad hofft, dass er auch Freunde und Angehörige ausländischer Herkunft überzeugen kann, Spender zu werden. „Als ich zwei meiner besten Freunde, beide marokkanischer Herkunft, mitteilte, dass ich mich als Stammzellenspender angemeldet hatte, sagten sie: „Hut ab“. Als ich ihnen den Grund für meine Registrierung erläuterte, waren auch sie sofort bereit, sich zu registrieren.“

Bestimmung der Stammzellen

„Ich glaube, dass es auch wichtig ist zu erklären, was mit den Stammzellen geschieht“, sagt Azad. „Ich merke, dass Menschen mit islamischem Hintergrund es beispielsweise wichtig finden zu wissen, wem sie genau helfen, wenn sie ein Stückchen ihres Körpers abgeben. Mir selbst macht es nichts aus. Anderen zu helfen ist immer gut – unabhängig davon, wo diese Person wohnt oder welchen Hintergrund sie hat.“

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